März 2025
Eigentlich wollten wir auf die Wissegg, einem Pass im Kanton Appenzell Ausserrhoden mit einer Passhöhe von knapp über 1000 m.ü.M.
Angekommen sind wir dort allerdings nicht. An diesem Tag war unsere Weggestaltung … sagen wir mal … sehr flexibel. Und nicht an jedem Wegpunkt ganz so einfach, wie wir das bei unseren bisherigen Wanderungen erlebt hatten.
Am frühen Vormittag bei strahlendem Sonnenschein in Trogen angekommen, gestaltete sich die Parkplatzsuche schwierig (oder wir haben die richtigen Plätze nicht gefunden). Die Parkmöglichkeiten waren auf 2 Stunden begrenzt, was nicht gerade hilfreich war. Also stellten wir unser Auto beim Bahnhof ab. Keine Ahnung, ob das erlaubt war … das Auto war jedenfalls bei unserer Rückkehr noch da. Ohne Bussenzettel 😉
Nach der Sucherei gönnten wir uns einen Cappuccino im Cafe ‚Ernst – Das Einkehrlokal‘ und gingen anschliessend zum Landsgemeindeplatz. Ja – und da standen wir erstmal. Lt. Wegbeschreibung sollten wir nun einer Strasse Richtung Wald folgen. Allerdings fand sich nirgends ein Hinweisschild Richtung Wald.
Eine hilfreiche Passantin erklärte uns dann den ‚Einstieg‘ in unsere Wanderung. Bei der Kirche in die schmale Gasse zwischen den Häusern einbiegen (links neben dem Gasthaus Krone), die kreuzende Strasse überqueren und (vor dem Altersheim) den Weg den Wald hinunter nehmen. Geschafft, nun konnte es losgehen.
Der Waldweg war sehr steil. Unten angekommen überquert man die Brücke über den Bruederbach und biegt sofort wieder rechts ab Richtung Neuschwendi. Auf diesem Weg gingen wir ein ganzes Stück, bis das Gestrüpp immer dichter wurde und uns spätestens dann klar war, dass dies nicht der richtige Weg sein konnte. Irgendwie war an diesem Tag der Wurm drin.
Also sind wir umgekehrt, irgendwo mussten wir die Wandermarkierung verpasst haben. So war es auch. Auf dem Weg Richtung Neuschwendi hätten wir direkt nach ca. 50 m links abbiegen müssen, einen sehr steilen Waldweg hinauf. Man muss schon recht deutlich hinschauen, um die an einem Baum angebrachte Wandermarkierung zu entdecken. Aber vielleicht hatten wir auch einfach zuviel geplaudert …

Als wir aus dem Wald heraustraten, befanden wir uns in Untere Neuschwendi. Wir bogen rechts auf die Asphaltstrasse ab Richtung Neuschwendi. Nachdem wir die Altstätterstrasse überquert hatten, kamen wir an schönen, typischen Appenzeller Häusern vorbei.

Weiter ging die Wanderung aufwärts zum Seminar- und Ferienhaus Lindenbühl.

Hier sind Barbie und Ken daheim. Allerdings konnte ich nur Ken auf das Bild bekommen, Barbie war fotoscheu 🙂

Weiter geht es, vorbei an der Grossen Säge. Um 1830 war hier offenbar eine Wirtschaft, jetzt ist es – wie der Name schon sagt – eine Sägerei und es duftet herrlich nach Holz.
Man geht rechts um die Sägerei herum und biegt auf das Strässchen Richtung Sand/Trogen. Am Wegrand rechts sehen wir ein ganz charmantes ‚Hexenhäuschen‘. Es sieht so idyllisch und ein bisschen mystisch aus, schade, dass es langsam verfällt. Ich würde zu gern wissen, was für Geschichten das Haus beherbergt.

Im Wald kommen wir an eine Gabelung und folgen dem Wegweiser nach Sand/Trüen.
Und dann sehen wir die Feuerstelle Oberer Ast. Ein wunderbarer Ort, um unser Vesper an der warmen Sonne zu geniessen.


Frisch gestärkt ging es weiter. Bei der Feuerstelle links abbiegen und dem Wegweiser folgen Richtung Gäbris. Es ging um einen Hügel herum und wir hatten den Tipp bekommen, dass sich ein Abstecher auf den Hügel lohnen würde. Die Aussicht wollten wir uns anschauen. Es ging ziemlich steil bergauf, das Bänkli oben immer im Blick. Es war ziemlich warm und wir kamen ganz schön ins schnaufen.
Aber der Ausblick entschädigte uns tatsächlich. Man sieht den Alpstein, die verschiedenen Dörfer im Tal und in der Ferne den Bodensee.




Es war schon ziemlich spät (lag es an den zu langen Rastpausen …?) und wir fragten uns, ob wir unseren Weg zurück nach Trogen nicht abkürzen sollten. Ich erwähnte ja bereits, dass wir nie auf der Wissegg angekommen sind … 🙂
Gesagt, getan. Wir beschlossen, uns auf den Rückweg zu machen. Dieser war etwas – sagen wir mal – unkonventionell. Weit unter uns machten wir die Feuerstelle aus und daneben verlief ein Strässchen, das uns wahrscheinlich nach Trogen zurückführen würde. Nun hatten wir keine Lust, nochmals um den Hügel herum zu laufen. Müsste doch auch quer über die Wiese gehen …
Also, unter dem Zaun durch, ein Stück über die steile Wiese und dann einem schmalen Weg gefolgt, der ziemlich vertrauenserweckend aussah.
Bis uns ein Maschendrahtzaun den Weg versperrte. Dahinter 4 schwarzweisse Hunde, die uns eindeutig erklärten … bis hierher und nicht weiter.
Uns blieb nichts anderes übrig, als umzukehren, was aber nicht weiter schlimm war. Wir hätten sonst die süssen Alpakas mit ihren Babies nicht gesehen, die wahrscheinlich von ihren bellenden Freunden beschützt wurden.
Nochmals ging es ein Stück die Wiese hinunter, dann durch ein kleines Waldstück, bis wir den von oben erblickten Weg erreichten. Wir folgten ihm bis zu einer grösseren Strasse, überquerten diese und gingen geradeaus weiter Richtung Trogen.
Der befestigte Weg führte uns vorbei am Kinderheim Pestalozzi.

Anschliessend kamen wir durch ein Wohnquartier und freuten uns an den schönen Häusern in der engen Gasse.
Das Strässchen endete direkt beim Landsgemeindeplatz und wir ruhten uns vor der Heimfahrt noch ein bisschen aus vor dem Gasthaus Krone.

Wir wollten uns noch die evangelisch-reformierte Kirche anschauen und hatten das grosse Glück, dass hier gerade eine Probe für das im April stattfindende Bach-Konzert stattfand. Wir durften zuhören .. einen schöneren Abschluss unseres Wandertages hätte es nicht geben können.
Noch ganz erfüllt von der Musik gingen wir zum Bahnhof zurück und machten uns auf den Heimweg. Ich sagte ja schon … das Auto war noch da 🙂
Ich wünsche euch einen sonnigen Frühling mit schönen Wandererlebnissen. Bis zum nächsten Mal …
Eure Sue

Details der Wanderung
von uns gelaufene Strecke: ca. 8,4 km
unser Zeitaufwand: ca. 3 Stunden, gemütlich gelaufen und mit Pausen
Auf- und Abstieg: jeweils ca. 400m
Ich würde die Wanderung jetzt nicht unbedingt als leicht einstufen, weil es zum Teil sehr steil rauf und runter geht