September 2025

Schon seit Jahren wollte ich mit meiner Enkelin oder meinem Enkel den Kletterwald der Insel Mainau besuchen. Aber entweder hat es zeitlich nicht gepasst oder das Wetter hat nicht mitgespielt.
Aber Mitte September war es dann soweit … Enkelsohn (8 Jahre) hatte Zeit und einen passenden time slot haben wir auch gefunden. Nämlich direkt nach Öffnung des Parks um 12:45 Uhr. Nur das Wetter …
vormittags regnete es in Strömen, aber ich gab die Hoffnung nicht auf, dass es zur Mittagszeit hin besser würde. Und tatsächlich, pünktlich um 12 Uhr kam die Sonne heraus und unserem Ausflug stand nichts mehr im Wege.
Der Erlebniswald liegt gegenüber der Insel Mainau. Man parkt auf dem Mainau Parkplatz, überquert die Landesstrasse an der Ampel und rechnet mit ca. 15 – 20 Minuten Fussweg.
Im Kletterwald angekommen, wurden wir sehr freundlich in Empfang genommen und die ‚Anmeldeformalitäten‘ waren schnell erledigt. Es empfiehlt sich, das Teilnehmerformular daheim auszudrucken und ausgefüllt mitzunehmen. Das erspart Wartezeiten. Wir hatten allerdings Glück und waren fast allein am Start.
Ein hilfsbereiter junger Mann half uns anschliessend, die Kletterausrüstung richtig anzuziehen, was wegen der verschiedenen Gurte gar nicht so einfach war. Also … ich zumindest habe die Hilfe sehr geschätzt. Zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich das erste Mal, worauf ich mich da eingelassen habe … ich sollte mich nicht zum letzten Mal fragen.
Wenn man so langsam auf die 70 zugeht, können einem da schon mal gewisse Zweifel kommen 😉
Dann noch den Helm auf und los ging es.

Zuerst erhielten wir eine ausführliche theoretische Einweisung, bevor es dann auf einen Einweisungsparcours ging. Der Guide erklärte alles, machte vor, wir machten nach … und schon gingen mein Enkel und ich auf den ersten Parcours. Alle Parcours konnten wir nicht durchklettern, weil die Kinder eine bestimmte Grösse haben müssen, um am oberen Befestigungsdraht (oder wie nennt man das Ding?) den C-Haken (ich habe gelernt, dass es nicht Karabiner heisst) einhängen zu können.
Ich war jetzt nicht wirklich unglücklich, dass wir nicht alle Parcours klettern konnten …
Auf der ersten Plattform angekommen, habe ich gedacht, ich komme nie auf die andere Seite. Das Ganze war eine ziemliche Herausforderung für mich. Als ich meinen Enkel, der bereits ‚Klettererfahrung‘ besitzt, sah, wie er auf diesen fürchterlich wackligen Tritten drauflos marschierte, wollte ich nur noch eines … wieder runter. Aber dafür war es nun zu spät. Der Familienparcours mit einer Höhe von 5 Metern wartete darauf, von mir bewältigt zu werden. Ich lief also los, besser, ich tastete mich … hangelte mich … von Brett zu Brett. Mein Enkel rief von der anderen Seite ’nicht runterschauen, Omi‘. So ein Witz. Wenn ich nicht runterschaue, wie soll ich denn dann überhaupt wissen, wo ich hintrete.
Irgendwann hatte ich es geschafft. Auf der anderen Seite angekommen, wackelten mir ganz schön die Beine. Und so meisterten wir ein Hindernis nach dem anderen.
Anschliessend ging es auf den Jugendparcours mit einer Höhe von 8 Metern. Wir bewältigten auch diesen Schwierigkeitsgrad einschliesslich der Seilrutsche. Das hat mich einiges an Überwindung gekostet. Immerhin musste man sich fallen lassen und sauste in grosser Höhe auf den nächsten Baum zu.


Aber von Hindernis zu Hindernis wurde es leichter und ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel Spass haben würde. Einer der Guides hat immer mal wieder hochgerufen ‚gut gemacht‘ oder den Daumen nach oben gehalten. Nach 2 Stunden Kletterzeit und 3 geschafften Parcous haben wir beschlossen, das genügt für heute. Ganz ehrlich? Ich war direkt ein bisschen stolz auf mich, dass ich meine Ängste überwunden habe und den Spass mitgemacht habe. Vor allem, nachdem mein kleiner Enkel zum Schluss anerkennend zu mir sagte ‚Omi, ich bin sooo stolz auf dich, dass du so mutig warst. Das ist doch was, oder😊?
Also … auf zu neuen Abenteuern.
Herzlich, eure Sue


















